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Im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern hinkt Österreich im
Bereich Themen- und Freizeitparks etwas hinterher. Wenn man sich
aber die Karte einmal genauer ansieht, kann man aber doch so
manchen funkelnden Juwel finden.
Einer dieser Kostbarkeiten ist der Erlebnispark Strasswalchen.
Dieser liegt im wunderschönen Salzburger und Salzkammergut
Seelandes in Österreich. Hier kann man eintauchen in die Welt
der Märchen und Träume und für kurze Zeit von der realen Welt
verschwinden. Ob Romantik, Abenteuer, oder Action, im Reich der
Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und so wird für jede
Altergruppe die ideale Unterhaltung angeboten.
Manches wirkt eben wie von Zauberhand gesteuert und lässt sich
sowieso nur sehr schwer beschreiben. Rund 70 Mitarbeiter hauchen
der Traumfabrik in der Sommersaison täglich ein neues Leben ein.
Der Kopf und das Herz das sind Erich Wagner und Karl Heinz
Grabler, die Geschäftsführer des Erlebnisparks Straßwalchen.
Herr Wagner hat sich freundlicherweise für freizeitparkfun.de die
Zeit genommen und ein paar Fragen für uns beantwortet.
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Sie kommen ja
beide von einer ganz anderen Branche.
Was hat Sie dazu bewegt, in die Freizeitparkbranche
einzusteigen? |
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Das war ein reiner Zufall, Erich Wagner kommt aus der
Lebensmittelindustrie,
Marmeladeproduktion ( ist vielleicht ein Zufall und eine
Paralelle zu Knottspark
USA ) Karl Heinz Grabler kommt aus der Dekobranche und gehört zu
den Welt-
Besten und preisprämierten Dekorateuren. Seine
Märchenpräsentationen in
Kaufhäusern waren die Idee zu einem Märchenzug, den wir in
verschiedene Orte zur Belebung der Wirtschaft verleihen wollten.
Da wir beide aber sesshafte Kaufleute sind, wurde aus dieser
Idee ein Parkgedanke um damit diese Märchen in festen Gebäuden
zu installieren. Bis zu dieser Zeit hatten wir beide keine
Parks gekannt und auch nicht besucht. Vielleicht ein Vorteil,
damit hat unser heutiger Park sein Eigenleben und wir haben
daher auch nichts kopiert und somit unsere Einzigartigkeit
festgelegt.
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Haben Sie sich den
Einstieg schwerer oder leichter vorgestellt? |
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Leichter! Wir hatten nicht mit so vielen Problemen und schon gar
nicht mit so vielen Schwierigkeiten( Baubehörde, Naturschutz usw…..
) gerechnet. Ein Beispiel wo wir die Welt nicht mehr verstanden
haben war : Die Märchenhütten mussten wir Baubehördlich
genehmigen lassen. Begründung, man könnte ja darin wohnen /
Schlafen ( Grösse der Hütten B 1,50 Tiefe 1,50 Giebelhöhe 2
Meter ) Unsere Argumente: „ es soll ja nur das Schneewittchen
oder der böse Wolf darin wohnen „ wurde von den Beamten
ignoriert. Das ging fast den ganzen Vormittag, bis der
Landesplaner Hr. Dr. Berkthold, heutiger Bürgermeister von Hof
bei Salzburg sagte, so einen Blödsinn höre ich mir nicht länger
an.
Er forderte, den gesamten Teil als Bauplatz fest zu legen, denn
diese Märchenhäuser müssen heute so und vielleicht morgen
anders gestellt werden. Das war die Rettung, denn sonst hätten
wir diese Bauverhandlung abgebrochen. Ein Hoch für Hr. Dr.
Berkthold, ein Landesbeamter, der auch die Wirtschaft versteht !
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Weiß nach Ihrer
Ansicht die Politik die Bedeutung eines solchen Unternehmens zu
schätzen? |
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Jein, Staatliche Museen, Tierparks, Freilichtmuseen usw… werden
gefördert und subventioniert,müssen offenbar nicht Kostendeckend
arbeiten. Dies ist daher für private Freizeitparks und
Ausflugsziele ein Nachteil, da die Menschen uns vergleichen und
wir daher es mit unseren Eintrittspreisen sehr schwer haben.
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War Straßwalchen
gleich zu Beginn an der richtige Standort oder waren auch andere
Orte im Gespräch? |
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Unser erster Standort war in Seekirchen angrenzend an einem
Campingplatz. Auch hier ein Musterbeispiel, wie man ein privates
Unternehmen quälen kann : Wir hatten eine Hüpfburg, es war eine
Giraffe und wir bekamen die Auflage, dass wir den Hals der
Giraffe herunter binden müssen. Die Westbahnstrecke gleich
daneben, war für die Beamten leiser als das Kinderlachen. Dieser
Kasperleakt war uns dann doch zu viel und wir haben den Standort
gewechselt. Es war aber nicht der einzige Grund, wir wollten
damit nur diese für uns heute lustige Episode erzählen. Man
sieht hier : "In Österreich ist eben vieles anders und
schwieriger!"
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Österreich gilt
bei den Investoren und Branchenkennern als sehr schwieriges
Pflaster. Immer wieder müssen wir feststellen, dass
Freizeitunternehmen in Österreich, wie kürzlich der
Dinosaurierpark die Tore schließen müssen. Wo liegt nach Ihrer
Ansicht die Problematik? Sind es Fehler im Management, Fehler
bei der Standortwahl oder ist der Österreicher an sich kein
Freizeitparkfan? |
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Einige Gründe dafür haben wir schon angeführt. Unser Wetter ist
ebenso nicht Parkfreundlich und alles überdacht /
Witterungsbeständig zu bauen ist zu teuer. Die Österreicher
gehen ohnedies nur bei schönem Wetter (es darf auch nicht zu
heiß sein) in einen Freizeitpark. Österreich hat eine schöne
Natur, Berge Seen und in jedem Ort gibt es viele Feste. Ein
Indoorpark ist daher auch keine Alternative und daher auch nicht
überlebensfähig. In Österreich gibt es strenge Winter und so
bleiben, wenn man dann noch die Regentage abzieht nur eine kurze
Zeit in der ein Freizeitpark geöffnet haben kann. Österreich ist
ein kleines Land mit geringer Einwohnerzahl. Es hat daher die
Standortwahl Priorität.
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Mit dem
Erlebnispark Straßwalchen haben Sie ja ein kleines
Schmuckkästchen aufgebaut und in den letzten 7 Jahren über 150
Mio. Euro investiert. Was ist Ihr Geheimnis für den Erfolg? |
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Wir sind ein rein
privates Unternehmen. Wir identifizieren uns mit unserem Park.
Uns ist keine Arbeit zu viel, wir Arbeiten selbst mit großer
Begeisterung mit und wir belassen erwirtschaftetes im Park für
weitere Investitionen. Wir sind einzigartig und unvergleichbar,
wir sind ein kleiner Park und heben uns dadurch von den anderen
Parks ab. Unser Leben ist unser Freizeitpark und Arbeitsplätze
zu schaffen ist etwas besonders schönes ! |
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Schloss Dracula
wurde letztes Jahr eröffnet. Dabei handelt es sich ja nicht um
keine 08/15 Geisterbahn sondern um eine sehr ausgeklügelte und
einzigartige Attraktion. Könnten Sie uns darüber etwas erzählen? |
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Lange haben wir über diese Investition nachgedacht, alle
Geisterhäuser in den USA besucht und mit dem Dracula - Schloss
eine weltweit einzigartige Attraktion geschaffen. Die Mischung
zwischen Horror und Erlebnis ist uns hier gut gelungen. Die
Planung, die Ausführung, die Geschichte, die Musik und Texte,
sowie der gesamte Ablauf ist in Eigenregie und unter
Einbeziehung von professionellen Firmen nach unseren Vorgaben
entstanden.
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Wie gruselig ist
die Attraktion und wird diese auch
von den Kindern angenommen? |
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Unser
Draculaschloss ist sehr gruselig und die Effekte gehen schon
unter die Haut. Gänsehaut pur ! Es ist für Kinder ebenso wie für
Erwachsene eine tolle Attraktion. Natürlich ist dieses
Geisterschloss nichts für kleine Kinder unter ca. 7 Jahren. Das
Geisterthema spricht natürlich Kinder besonders an.
Das Vampirthema ist zurzeit auch durch diverse Filme
hochaktuell. Dieses Thema unterliegt auch keinem Zeitgeist. Die
vielen Komplimente unserer Besucher freuen uns sehr und
bestätigen unseren Entschluss für diese hohe und Technisch
aufwändige Investition. |
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Welche der vielen
Attraktionen liegt ihnen besonders am Herzen?
Die Achterbahn Wild Train ist ja ein weiteres Highlight im Park,
sind für die Zukunft weitere Achterbahnen angedacht, bzw. in
welche Richtung wird der Freizeitpark gehen? |
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Wir sind gerade
dabei, die Märchen zum Leben zu erwecken. Unsere
Märchenpräsentationen waren schon von Beginn an, mit einer Liebe
zum Detail. Nun im Zeitalter des Computers möchten wir die
Märchen nicht nur zeigen und präsentieren, sondern auch zum
Leben erwecken. Es ist dies zwar ein sehr teurer Weg, aber auch
hier sehen wir, dass die Erwachsenen mit Ihren Kindern unsere
neuen Märchen bewundern und bestaunen. Dies liegt uns
besonders am Herzen um auch damit die alten traditionellen
Märchen, welche fast in Vergessenheit geraten sind wieder zu
erwecken.
Natürlich planen wir für die Zukunft eine weitere ganz besondere
Achterbahn. Dark Rides und Erlebnis werden bei uns in Zukunft
unser Thema sein. Wir sind und wollen auch in Zukunft als
kleiner / mittlerer Park einzigartig sein. |
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Ist eine
Erweiterung angedacht bzw. wie viel Fläche für eine Vergrößerung
stehen zur Verfügung? |
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Wir haben noch
Erweiterungsflächen und sind auch in Verhandlung für einen
Grundkauf. Es scheitert zurzeit am Grundpreis, der zwischen
jenseits und 14 Karat Gold mit Brillianten zu sein scheint. Um
jeden Preis werden wir keinen weiteren Grundkauf tätigen, es
wird uns auch eine Alternative dazu einfallen. |
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Halloween gewinnt
in Deutschland immer mehr an Bedeutung und hat sich zu einem
wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt, bei dem auch die
Freizeitparks profitieren. Wie sieht die Situation in Österreich
aus bzw. könnten Sie sich vorstellen auf den Zug mit
aufzuspringen? |
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Wie schon richtig
erwähnt gewinnt Halloween in den großen Parks in Deutschland
immer mehr an Bedeutung, dies wird aber in Österreich sicher
noch einige Zeit brauchen. Wir befassen uns auch mit diesem
Gedanken, aber vorher werden wir das Thema Weihnachten in
unsere Planungen einbeziehen. Wenn es uns gelingt unseren Park
winterfest zu machen um damit unsere Saison zu verlängern,
ziehen wir sicher auch Halloween in betracht. |
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Sie setzen sich
schon seit vielen Jahren aktiv für die Kinderkrebshilfe ein.
Erst letztes Jahr ist bei einem Benefizkonzert über 30.000,--
Euro für krebskranke Kinder zusammengekommen. Wie ist die Idee
entstanden? |
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Kinder sind unsere Gäste, Kinder sind unsere Zukunft ! Wenn
Kinder krank sind ist dies das Schlimmste auf der Welt. Es ist
somit für uns eine ehrliche Verpflichtung unseren Beitrag dazu
zu leisten. Krebskranken Kindern sowie Behinderten Menschen zu
helfen, war für uns schon von Beginn an eine
Selbstverständlichkeit
Unsere Benefizkonzerte sind durch die guten Kontakte zu den
Künstlern aus der Schlagerszene entstanden.
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Stellen Sie sich
vor Ihnen würde eine Fee einen Koffer mit 500. Mio Euro schenken
mit der Bedingung das Geld in den Park zu investieren. Wie würde
der Erlebnispark Straßwalchen dann aussehen bzw. wie würde sich
der Park von den Mitbewerbern abheben? |
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Von 500 Millionen
Euro zu träumen und dass uns eine Fee diesen Geldkoffer schenkt,
das kommt leider nur im Märchen der Gebrüder Grimm vor.
Wir planen daher auch in Zukunft das Märchen “Tischlein deck
Dich „ und hoffen, dass Ihr Wunsch für uns in Erfüllung geht.
Nachdem Disney und Efteling unsere großen Vorbilder sind, würde
dann unser Park in diesem Glanz erstrahlen. An eigenen Ideen,
das können sie uns glauben, fehlt es uns nicht.
Wir wissen und sind uns auch sicher, dass Sie uns als
Parkspezialisten mit Rat und Tat zur Seite stehen werden. Und
ganz im Vertrauen....... wir freuen uns auf die Fee mit dem
Koffer, gefüllt mit 500 Mio. Euro! |
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Das Interview hat Mario Pauritsch für freizeitparkfun.de
geführt.
Wir bedanken uns bei den Geschäftsführern
und speziell bei Herrn Erich Wagner für das Interview.
Wir wünschen Ihnen alles Liebe und Gute und für die Zukunft viel
Erfolg.
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