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Ein Octopus erobert den Wiener Prater

 
     
 
Jahrhundertelang spannen abgebrühte Seeleute ihr Seemannsgarn um die sagenumwobenen Wesen der Tiefsee. Man erzählte sich Geschichten von riesigen Monstern, die mit ihren Riesentenakeln, so dick wie Baumstämme, ganze Schiffe in die Tiefe rissen und auch die stärksten und mutigsten Matrosen nur wenig ausrichten konnten. Die Giganten der Meere gehörten zu jenen Geschöpfen, welche die Fantasie der Seemänner und Schriftsteller schon immer beflügelten und die Zuhörer und Leser ins Staunen versetzten.

Im Wiener Prater können die Besucher nun ab Ende April eine Begegnung mit einem Octopus giganteus hautnah miterleben. Allerdings sollte man den auf einem Felsen sitzenden und am Anfang friedlich aussehenden Tier nicht zu nahe kommen, denn es ist äußerst aggressiv. Das werden die 20 Besucher die in einem kleinen Boot sitzen bald zu spüren bekommen, denn der Koloss hebt den kompletten Kahn langsam in die Höhe und schüttelt ihn dabei kräftig durch.
 
 
     
 

Bild: ©Moser Ride

 
 
Der immer wütender werdende Octopus faucht dabei und hüllt die komplette Mannschaft in Nebelschwaden ein. Bei den immer stärker werdenden Auf- und Abbewegungen verlieren die Gäste die Orientierung und werden regelrecht aus den Sitzen gerissen (Airtime). Nach rund drei Minuten hat sich der Kopffüßler wieder beruhigt und lässt seine Opfer wieder frei.

Die von Kern & Waldmann in Auftrag gegebene Attraktion ist nur eine der vielen Neuigkeiten die 2010 im Wiener Prater das Publikum begeistern werden. Der ehemalige Praterpräsident brachte 2007 mit der Wildalpenbahn die thematisierte Attraktion mit familienfreundlicher Preisgestaltung in den Wiener Prater zurück. Die rund 30 Meter hohe und 340 Meter lange Bahn wurde in kürzester Zeit zum Publikumshit und wird von allen Generationen gerne angenommen.
 
 
 

 

 
 

 

 
 
Mit "Octopus" spielen die Betreiber Kern & Waldmann ein weites Ass aus und folgen weiterhin dem Trend der Zeit. Mit der neuen Attraktion werden die Sagen und Mythen rund um das Thema "Gefahren aus der Tiefe" visualisiert und mit der allerneusten Technik für den Besucher mit allen Sinnen erlebbar gemacht.

Illusionen dieser Art sind für herkömmliche Themen- und Freizeitparks überhaupt kein großes Problem. Im Wiener Prater haben jedoch die Schausteller mit der Größe der einzelnen Parzellen zu kämpfen. So ist es für den Betreiber, aber auch für die Fahrgeschäftehersteller immer eine große Herausforderung Großattraktionen an die Gegebenheiten anzupassen. Für die Wildalpenbahn mussten zum Beispiel 4 bis 5 Entwürfe und ein Modell angefertigt werden bis alles in Ordnung war.
 
 
     

 

Bild: ©Kern & Waldmann

 
 
Für die Betreiber Kern & Waldmann war es von Anfang an wichtig neben visuellen Reizen aber auch die Fahrabläufe auf die Bedürfnisse des Wiener Publikums anzupassen. Um das Zielpublikum von 4 bis 80 Jahren gleichermaßen zu begeistern, ist es notwendig die Attraktion mit mehreren Fahrprogrammen zielgruppengerecht auszustatten. Neben einer kinderfreundlichen Variante werden auch spezielle Thrillprogramme mit reichlich Airtime zu Einsatz kommen. Die einzelnen Sitzplätze sind mit 4-fach gesicherten Überkopf-Schulterbügel ausgestattet und anatomisch so beschaffen, dass auch ein sehr junges Publikum an der Fahrt teilnehmen kann. Die Tentakeln, das Boot und die Beschilderung werden mit hochmoderner LED Technik ausgestattet. Zusätzliche Effekte wie Blitze, 12 kW Scheinwerfer, Wind, Nebel, Geräusche und ein vibrieren des Bootes steigern zusätzlich den Erlebniswert und lassen die Fahrt zum einzigartigen Abenteuer werden.
 
 
     

 

Bild: ©Kern & Waldmann

 
 
Für die neue Attraktion ist die Firma Moser Ride verantwortlich. Diese hat in enger Zusammenarbeit gemeinsam mit den Betreibern Kern & Waldmann rund 1 1/2 Jahren an der Realisierung von "Octopus" gearbeitet. Wie immer steht am Anfang an die Idee und die Schwierigkeit dem Gegenüber diese Vorstellungen zu visualisieren. Vom Brainstorming bis zu den ersten Skizzen vergehen oft Wochen und Monate und für die darauf folgenden Feinausarbeitungen muss ebenso viel Zeit mit einkalkuliert werden. Sind alle Wünsche und Visionen überhaupt durchführbar, wird am Ende eine Machbarkeitsstudie verraten. Unzählige zusätzliche Fragen wie die Besucherkapazität, Wirtschaftlichkeit, Personal- und natürlich der Finanzierungsaufwand müssen schon im Vorfeld geklärt werden. Ein Modell und unzählige Pläne werden maßstabsgerecht für diverse Genehmigungen angefertigt. Oft dauern diese über mehrere Monate und erfordern am Ende diverse Anpassungen und Änderungen.
 
 
     
 

Bild: ©Kern & Waldmann

 
 


Sobald die Behörden das grüne Licht geben, kann mit dem Bau begonnen werden. Ab nun wird es sehr spannend, denn ab diesen Zeitpunkt zeigt sich ob am Ende die Technik nicht doch noch versagt und Änderungen vorgenommen werden müssen. Ist das der Fall müssen Nachbesserungen gemacht und nach anderen Lösungen gesucht werden. Bis auf ein paar Kleinigkeiten lauft aber hier alles wunderbar und so können die diversen Einzelteile, in der Fabrikhalle südlich von Verona in Ostiglia für den TÜV Tübingen zusammengebaut werden.

Nach der Abnahme kann die rund 1,5 Mio. Euro teure Attraktion die Reise nach Wien antreten und auf der Parzelle 20, schräg gegenüber von der Wildalpenbahn, aufgebaut werden.  Der Fahrpreis wird 3 Euro betragen. Mit "Octopus" wird wieder ein weiteres Stück Pratergeschichte geschrieben und wer weiß vielleicht auch ein neues Maskottchen. Freizeitparkfun.de wünscht den künftigen Passagieren schon heute eine angenehme Fahrt.

Piringer Manfred www.freizeitparkfun.de

 

 
     
     
 

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